Berufliche Absicherung im Ausland: Welche Risiken sollten Selbstständige kennen?

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Vivien Gebhardt
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Berufliche Absicherung im Ausland: Welche Risiken sollten Selbstständige kennen?

Viele Selbstständige arbeiten ortsunabhängig von verschiedenen Standorten weltweit. Auftraggeber sitzen dabei häufig in anderen Ländern. Die berufliche Verantwortung endet jedoch nicht an einer Landesgrenze. Fehler können auch über Kontinente hinweg zu Schadenersatzforderungen führen. Wenn du aus dem Ausland arbeitest, solltest du deshalb genau wissen, welche beruflichen Risiken entstehen können. Eine passende Absicherung unterstützt dich im Ernstfall.

Warum spielt der Arbeitsort für Haftungsrisiken oft keine Rolle?

Digitale Dienstleistungen sind ortsunabhängig, Haftungsrisiken ebenfalls. Arbeitest du selbstständig im Ausland, erbringst du deine Leistungen weiterhin für Auftraggeber in Deutschland oder anderen Ländern. Der Aufenthaltsort ändert nichts an deiner vertraglichen Verantwortung. Entscheidend ist, wo deine Leistung wirtschaftliche Auswirkungen hat. Ein berufliches Versäumnis kann zu finanziellen Schäden und Schadenersatzforderungen führen - unabhängig davon, ob du in Berlin, Barcelona oder Bangkok arbeitest.

Ein einfaches Beispiel:


Ein selbständiger Webentwickler arbeitet mehrere Monate aus Portugal für einen deutschen Onlinehändler. Durch einen Programmierfehler funktioniert das Shopsystem an einem umsatzstarken Wochenende nicht korrekt. Bestellungen gehen verloren, der Händler erleidet spürbare Umsatzeinbußen und fordert Schadenersatz. Dass der Entwickler zum Zeitpunkt des Fehlers im Ausland gearbeitet hat, spielt für die Haftungsfrage keine Rolle.

Welche beruflichen Risiken gibt es beim Arbeiten aus dem Ausland?

Wer aus dem Ausland arbeitet, trägt dieselbe berufliche Verantwortung wie im Inland, häufig unter erschwerten Bedingungen wie Zeitverschiebung oder instabiler Infrastruktur.

Vermögensschäden

In vielen digitalen Berufen entstehen vor allem reine Vermögensschäden. Legt ein Fehler im Code beispielsweise den Webshop deines Kunden lahm, kann dieser von dir Schadenersatz fordern.

Vertragsverletzungen

Kommt es zu Pflichtverletzungen im Rahmen eines Projektvertrags bieten Potenzial für Schadenersatzansprüche. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn du eine Frist im Projekt versäumst oder nicht den vereinbarten Leistungsumfang erbringst.

Dabei geht es nicht um reine Erfüllungs- oder Gewährleistungsansprüche, sondern um solche Haftpflichtansprüche, bei denen dem Auftraggeber ein darüber hinausgehender Vermögensschaden entsteht.

Datenschutz- und Geheimhaltungsverstöße

Egal, wo du arbeitest, du bist verpflichtet die Daten deiner Kunden zu schützen. Kommst du dieser Vorgabe nicht nach oder gibst Daten versehentlich weiter, kann das zu erheblichen finanziellen und rechtlichen Konsequenzen führen. Auch Verstöße gegen Geheimhaltungsvereinbarungen, wenn du etwa wichtige Eckdaten eines Projekts verrätst, können Schadenersatzforderungen nach sich ziehen.

Rechtsverletzungen

Im digitalen Umfeld ist die Nutzung von Bildern, Texten, Software oder Lizenzen alltäglich. Nutzt du diese ohne die Erlaubnis der Rechteinhaber drohen Abmahnungen. Es ist wichtig, Rechte im Vorfeld ordentlich zu klären, um Konflikte zu vermeiden.

Kommunikations- und Organisationsrisiken

Zeitverschiebungen, eingeschränkte Erreichbarkeit oder technische Probleme begünstigen Missverständnisse. Selbständige müssen sicherstellen, dass Abstimmungen rechtzeitig getroffen und Änderungen korrekt dokumentiert werden, damit keine haftungsrelevanten Situationen entstehen.

Warum greifen private Versicherungen bei beruflichen Risiken nicht?

Viele Selbständige gehen davon aus, dass ihre bestehende Absicherung auch beim Arbeiten aus dem Ausland ausreicht. Dabei wird häufig nicht zwischen privater und beruflicher Haftung unterschieden. Diese Fehlannahme kann teuer werden.

Denn eine private Haftpflicht schützt vor Schäden aus dem privaten Alltag, etwa bei Sach- oder Personenschäden. Berufliche Fehler und daraus resultierende wirtschaftliche Nachteile eines Auftraggebers sind in der Regel nicht oder nur sehr eingeschränkt abgesichert.

Welche internationalen Aspekte musst du bei der Berufshaftpflicht beachten?

Wer aus dem Ausland arbeitet, sollte nicht nur prüfen, ob eine Berufshaftpflicht besteht, sondern auch, welchen geografischen Geltungsbereich sie hat.

Weltweiter Geltungsbereich ist nicht selbstverständlich

Nicht jede Berufshaftpflicht deckt automatisch Tätigkeiten oder Schadenfälle außerhalb Deutschlands ab. Manche Tarife beschränken den Schutz auf Europa oder knüpfen ihn an einen festen Unternehmenssitz. Arbeiten Selbständige jedoch zeitweise oder dauerhaft aus dem Ausland, kann es darauf ankommen, dass der vereinbarte räumliche Geltungsbereich die Tätigkeit im Ausland umfasst. Das gilt insbesondere dann, wenn:

  • der Auftraggeber im Ausland sitzt
  • Projekte für internationale Märkte umgesetzt werden
  • Ansprüche nach ausländischem Recht geltend gemacht werden

Auftraggeber im Ausland vs. eigener Aufenthaltsort

Für die Haftungsfrage ist nicht nur relevant, wo sich der Selbständige aufhält, sondern auch, wo der Auftraggeber sitzt und welches Recht im Vertrag vereinbart wurde.

Beispiel:
Ein deutscher Berater arbeitet mehrere Monate aus Thailand für ein Unternehmen in Österreich. Kommt es zu einem Beratungsfehler mit finanziellen Folgen, können Ansprüche nach österreichischem Recht geprüft werden. Das geschieht unabhängig davon, wo der Berater sich gerade aufhält.

Eine moderne Berufshaftpflicht sollte einen klar definierten räumlichen Geltungsbereich enthalten, der - abhängig vom gewählten Tarif - auch internationale Tätigkeiten und daraus resultierende Haftpflichtansprüche umfassen kann. Spezialisierte Anbieter wie exali legen dabei besonderen Wert auf internationale Tätigkeiten und digitale Geschäftsmodelle.

Was passiert bei internationalen Schadenersatzforderungen?

Werden Ansprüche aus dem Ausland gestellt, können zusätzliche Herausforderungen entstehen:

  • höhere Streitwerte
  • andere rechtliche Verfahren
  • fremdsprachige Korrespondenz
  • unterschiedliche Haftungsregelungen

Eine Berufshaftpflicht übernimmt im Idealfall nicht nur berechtigte Schadenersatzforderungen, sondern prüft auch, ob und in welcher Höhe Ansprüche gerechtfertigt sind, und wehrt unbegründete Forderungen ab. Gerade bei internationalen Konstellationen kann diese Unterstützung entscheidend sein.

Wie sicherst du persönliche Risiken ab?

Eine Berufshaftpflicht deckt berufliche Fehler ab, nicht jedoch private oder gesundheitliche Risiken. Wer länger im Ausland lebt, sollte daher auch medizinische Versorgung und private Haftungsrisiken prüfen. Spezialisierte Anbieter wie grenzenlos sicher unterstützen bei der passenden persönlichen Absicherung.

Welche berufliche Absicherung ist beim Arbeiten im Ausland sinnvoll?

Arbeiten aus dem Ausland bietet Freiheit. Doch die berufliche Verantwortung bleibt. Fehler können auch international zu Schadenersatzforderungen führen. Eine passende berufliche Absicherung sollte daher zur eigenen Tätigkeit und zur internationalen Arbeitsweise passen. So wird deine Flexibilität nicht zum finanziellen Risiko.

Über den Autor

Vivien Gebhardt ist Onlineredakteurin bei exali. Hier erstellt sie Content zu Themen, die Selbständigen, Freiberuflern und Unternehmern unter den Nägeln brennen. Ihre Spezialgebiete sind Risiken im E-Commerce, Rechtsthemen und Schadenfälle, die bei exali versicherten Freelancern passiert sind.

Über exali

exali ist Spezialist für die Absicherung beruflicher Haftungsrisiken von Freelancern, Selbständigen und Unternehmen, insbesondere in digitalen und beratenden Berufen. Auf der exali-InfoBase veröffentlicht das Unternehmen regelmäßig Beiträge zu Haftungsfragen, Schadenfällen und Versicherungsrisiken im beruflichen Alltag von Selbständigen.

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